Weg mit der sinnlosen Stallpflicht - free the ducks!!!

Die Seite über Aylesburyenten
Die Stadt Aylesbury in der englischen
Grafschaft Buckingham ist der regionale Ursprung der Aylesburyente. Die Ente wurde in dieser Gegend gegen Ende des 18. Jahrundert bis zum Ende des 19.Jahrhunderts praktisch überall von den sogenannten 'Ducklers' im Themsetal gezüchtet: Der Londoner Fleischmarkt sollte bedient werden. Und so wurde die Aylesburyente in Stuben, Ställen, Körben und Küchen herangezogen und  als 'grüne Ente' nach 6-10 Wochen mit einem Gewicht von 2- 3 kg in London verkauft. Sie galt und gilt als Delikatesse, weil sie zartes, feinfaseriges Fleisch hat.
Die Aylesburyente ist eine Selektionsrasse und stellt eine wichtige genetische Reserve zur Verbesserung anderer Rassen dar. Sie galt als konsequent durchgezüchtete Rasse. Die Duckler pflegten eine lange Tradition und bildeten als 'kleine Leute' in ihrem 'Entlerdasein' Tradition und Selbstbewußtsein aus. Die Aylesburyente ist in England ein Wappentier und spielt kulturell eine wichtige Rolle. Die Ente in ihrem Ursprung selbst jedoch ist auch in ihrem Mutterland England so gut wie verschwunden, der Wirtschaftstyp wird nur von einem Betrieb konsequent für die Haute Cuisine und die Region Aylesbury von Richard Waller gezüchtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Aylesburyente von der amerikanischen Pekingente verdrängt oder zu Tode gekreuzt.

Bilderlinks:
www.aylesburyenten.de/Aylesburybilder/Aylesbury010.jpg
www.aylesburyenten.de/Aylesburybilder/Aylesbury014.jpg

Ende des 19. Jahrhunderts gelangte die Aylesburyente nach Deutschland, wo sie rasche Verbreitung wegen ihres Wohlgeschmacks, ihrer Robustheit und ihres aparten schwanenartigen Äußeren fand. Sehr früh bildeten sich in Deutschland zwei Typen der Aylesburyente heraus. Die Ausstellunsgzüchter selektieren vor allem auf einen ausgeprägten Kiel und auf eine sehr hohe Massigkeit von bis zu 7 kg Körpergewicht.
In der Nutztierzucht spielt die Aylesburyente derzeit keine Rolle. Es gibt nur noch einzelne Tiere (siehe 'Aylesburies'), die dem wirtschaftlichen Typ dieser Ente entsprechen. Die Aylesburente steht als 'extrem gefährdet' auf der Roten Liste der GEH.
Hier ist mein englischer Nachwuchs im Rüpelalter im Schnee:



Die Rote Liste:
Gefährdungsgrad I (Extrem gefährdet): Aylesburyenten
Gefährdungsgrad II (stark gefährdet): Deutsche Pekingente
Gefährdungsgrad II (gefährdet): Pommernente
Auch die Orpingtonente, die Campbellente und die Landenten können als kritisch betrachtet werden.

Arche-Arbeit 'Aver liekers'

Es ist mein Ziel, diesen wunderbaren, schönen und nützlichen Enten wieder zu einem festen Platz auf den Höfen und in den Ställen derjenigen, die die Schönheit einer Rasse mit ihrem Ursprung, ihrer Nützlichkeit und ihrer artgerechten Haltung verbinden, zu verhelfen. Ich bin Entenkorrdinatorin der GEH und betreue speziell die Aylesburyente bei der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen. Außerdem müssen wir konsequente und ausdauernde Zuchtarbeit leisten, um die Fehler der Vergangenheit wieder gut zu machen. Eine pervertierte Überbetonung der Aylesbury-Anlagen wollen wir abstellen und wieder gesunde, bewegliche und fruchtbare Tiere züchten. Tiere mit gelblichen Schnäbeln sind nicht reinrassig und werden von uns konsequent nicht weiter gezüchtet.
Nach dem Aufbau unserer Pommernentenzucht, verliebte ich mich als England-Freak in die Aylesburyente als Kulturgut, fand sie aber nirgends. Seit gut 2 Jahren habe ich nun ca. 20 Auslandskontakte und bin dabei, den Wiederaufbau dieser Rasse in Deutschland zu organisieren. Außer den beiden Entenrassen finden sich auf unserem Hof 'Aver liekers' noch Pommerngänse, Lachshühner, Lakenfelder Hühner, Wachteln, Pferde, Schafe und Kaninchen. Natürlich haben wir Katzen und zwei Hunde, eine Labrador-DSH Hündin und eine kleine Border Collie Hündin, von der sich die Aylesburies - very british - stilecht hüten lassen.
Die größte Herausforderung wird in diesem Jahr die Umstellung auf die Herdenzucht, wie sie auch in Engalnd praktiziert wurde, sein. Auch die qualitative Verbesserung der konsequenten Durchzüchtung auf blassrosa Schnäbel ist eine Aufgabe. Schließlich werden wir mit der gesamten Nutzentenzucht auf einen neuen Hof mit viel mehr Land und geräumigen Ställen (auch zum halbwegs artgerechten Abfangen von Epedemien) ziehen. Von diesem Abenteuer berichten wir später...